1.Neue Schule , neues Glück?
>>Ein Anfang ist nicht immer etwas Gutes<<
Ich stieg aus meinem silbernen Volvo und bahnte mir meinen Weg durch die Schülermasse.
Mein Ziel war das große Gebäude, das ungefähr zwanzig Meter von mir entfernt stand.
Kurz bevor ich nach der Tür greifen und zur Sekretärin gehen konnte, stellte sich ein blondes Mädchen vor mich.
"Hey, Ich bin Lauren . Du bist wohl ein Neuer . Soll ich dich rumführen?"
Sie lächelte und streckte mir ihre Hand entgegen .
Ich setzte mein altbekanntes Lächeln auf und nahm ihre Hand und ließ sie drei Sekunden später los.
"Ich bin Edward. Edward Cullen. Danke, aber ich finde schon meinen Weg"
Sie verzog ihr Gesicht und in der nächsten Sekunde lächelte sie wieder.
Ich lächelte auch wieder und öffnete die schwere Tür .
Nicht , dass mein Lächeln echt war oder die Tür schwer , aber sie ungewöhnlich schwer .
"Ich kann dich ja später rumführen , wenn du willst.." , schrie sie mir entgegen .
Forks High.
So sollte also die Schule hier beginnen .
Mit einer Blondie , die mich am liebsten flach gelegt hätte .
Wie toll , dachte ich ironisch.
Ich ging den Flur entlang und folgte dem Schild : >Verwaltung< Raum 003 .
Raum 003.
Ich stand vor ihr .
Schnell atmete ich ein und aus und öffnete die Tür .
Ich betrat den Raum und sah in ein grinsendes Gesicht .
Die Frau saß hinter einem großen Tresen .
Sie hatte rotes , schulterlanges , hoffnungslos gesplisstes Haar und eine schwarze Brille , dazu ein fröhliches Lächeln .
"Hallo , mein Junge" , sagte sie herzlich .
"Hallo , ich bin Edward Cullen" , ertönte meine monotone Stimme .
Sie schaute in ihre Unterlagen . "Ah... Mr.Cullen . Okay. Also…Das“ , sagte sie und reichte mir einen kleinen Stapel Blätter „Ist dein Stundenplan und eine Übersicht des Schulgeländes .“
„Danke, Miss“ , sagte ich höflich und ließ meinen Blick über meinen Stundenplan schweifen.
„Wenn du Hilfe brauchst, musst du einfach fragen“ , sagte sie und lächelte mich warmherzig an.
„Du musst das hier“, sie zeigte auf eines der Blätter „Von deinen Lehrern unterschreiben lassen und am Ende des Schultages hierhin zurück bringen“
Ich nickte und wollte hier weg.
Klar, sie war nett, aber ich wollte mir meine Unterlagen alleine und in Ruhe anschauen.
Ich hasste den Tumult abgrundtief.
Deshalb vermied ich Partys so oft wie möglich.
Zumindest jene, die man mit sechzig anderen, teils wildfremden, teils verhassten Leuten feiert.
Als ich den Flurweg zurückging, sah ich plötzlich eine kleine Gestalt auf dem Boden hocken.
Beinahe hätte ich mich erschrocken, aber nur beinahe.
„Hey“, sagte ich höflich und stellte mich vor die kleine Gestalt.
Erst jetzt bemerkte ich, dass es ein kleines Mädchen mit langen Haaren war, die ein Buch las.
Sie saß im Schatten und es machte eine deprimierende Stimmung, die drohte auf mich über zu gehen, was ich verhindern musste, denn sonst würde mein Tag noch schlimmer laufen, wobei das fast nicht mehr ging.
Der Kopf des Mädchens zuckte hoch und ich erkannte wunderschöne, braune Augen.
„Hallo“, sagte ich nochmal zu ihr.
Vielleicht hatte sie mich nicht ganz verstanden.
Ich duckte mich zu ihr runter und schaute in ihr Gesicht, dass sie wieder abgewandt hatte.
„Wie geht’s?“, fragte ich.
Vielleicht verstand sie meine Sprache nicht.
Vielleicht kam sie aus dem Ausland, was eigentlich nicht sein konnte, denn sie sah wie eine Amerikanerin aus.
Aber möglicherweise war sie eine Analphabetin.
Edward, du Depp!
Wenn sie eine Analphabetin sein sollte, wie könnte sie dann ein Buch lesen?!
Toll, vielleicht tut sie nur so, als würde sie ein Buch lesen!!!
Mein Ego wurde leicht davon zerstört, dass sie mich ignorierte.
„Mh…Was liest du da?“, fragte ich und deutete auf ihr Buch.
Als sie nicht reagierte, wollte ich nach dem Buch greifen und als meine Hand ihrer Hand näher kam und kurz davor war sie zu berühren, zuckte sie zusammen.
Sie stand auf und rannte-oder eher gesagt , stolperte- von mir weg.
Ihre Beine knickten andauernd in sich hinein.
Ich seufzte und stand wieder auf.
Die Bilder in meinem Kopf, wie das kleine , hübsche Mädchen wegen mir zusammengezuckt und raus gestolpert war, brannte sich in meine Netzhaut ein.
Na super!
In der ersten Stunde hatte ich Mathe bei Mr Varner.
Mathe war okay, aber Mr Varner schien mich nicht ganz zu…mögen.
Ich musste mich vorstellten und mich dann neben einem Typen namens Mike setzen.
Ich lächelte ihm kurz freundschaftlich zu und setzte mich neben ihn in die dritte Reihe am Fenster.
Er erwiderte mein Lächeln gezwungen.
Sein ‚Lächeln‘-wenn man das so nennen konnte, wirkte keinesfalls freundschaftlich.
Das konnte ich besser.
Als Mr Varner mich mit Fragen abschoss, die ich teils richtig beantwortete ,wünschte ich wieder an meiner alten Schule zu sein.
Illinois war mein zu Hause!
Ich liebte meine Heimatstadt Chicago, mit all seinen Sehenswürdigkeiten und Geschäften und auch dem anderen Mist.
Forks hingegen, hier nördlich der Vereinigten Staaten in Washington war einfach nur…etwas für Kleinstädter, die hier gerne lebten, was einzig und allen daran lag, dass sie die weite Welt nicht gesehen hatten.
Denn wäre dem so, so würde Forks nicht mehr existieren.
Vielleicht würde es zu Industriegebiet verarbeitet werden.
Endlich klingelte es.
Erlösung!
Während ich mit meinem Stundenplan beschäftigt war, tippte mich jemand an der Schulter an.
Ich blickte auf und sah eine Brünette.
„Hi“, sagte sie.
„Hey“ , sagte ich und lächelte wieder.
„Ich bin Jessica Stanley. Du kannst mich aber auch Jess nennen. Wie du willst. Soll ich dir mit dem Stundenplan helfen?“
„Okay“, sagte ich.
„Was hast du jetzt gleich?“
„Biologie bei Mr Banner“ , sagte ich.
„Biologie ||?“
„Ja…“
„Ou…“ , sagte sie und zog das O und das U weit auseinander.
„Was?“
Sie lachte peinlich berührt.
„Ach, wirst du früh genug erfahren. Ich hab jetzt Sport.“
Ich ging zu Mr Varner und ließ ihn auf einen der Blätter unterschreiben, ohne ein Wort zu sagen, unterschrieb er und verließ den Raum.
„Woll´n wir gehen?“ , fragte Jessica und deutete auf die Tür.
Ich nickte und folgte ihr durch den Gang.
„Hier.“ , sagte sie und stand vor einer Tür.
„Danke“ , sagte ich zu ihr.
„Bitte“
Sie lächelte und zwinkerte mir zu.
Als ich die Tür öffnete, sah ich SIE.
Das blasse Mädchen von heute morgen.
Sie saß in der letzten Reihe, alleine und las ihr Buch.
Ich trat in den Raum und ging zum Lehrer, der in der kurzen Pause etwas aß.
Er unterschrieb meinen Zettel.
„Wir haben zwei freie Plätze“ , sagte er und deutete aus die erste Reihe.
„Hier, neben Lauren“
Dann zeigte er in die letzte Reihe
„Oder hinten neben Isabella“
„Ich gehe mich dann mal dahin setzen..“, sagte ich und deutete auf den freien Platz neben Isabella.
Isabella.
So hieß sie also.
Ein wunderschöner Name.
Vielleicht würde sie endlich mit mir reden, wenn ich neben ihr saß.
Mr Banner fing an mit dem Unterricht.
Aus der Reihe vor uns hörte ich ein Flüstern.
Ein Mädchen sagte zu ihrer Nachbarin:“Das ist Edward Cullen. Ist der nicht heiß?“
Das andere Mädchen drehte sich zu mir nach hinten.
Schnell wand ich meinen Kopf ab und schaute zu Mr Banner, ohne ihm zuzuhören.
Als sich das rothaarige Mädchen wieder umgedreht hatte, schaute ich wieder zu ihnen.
„Geil“ , flüsterte sie.
„Warum setzt der sich bloß neben Swan?“
Swan? War das ihr Nachname?
Isabella Swan.
„Mitleid?“
Das andere Mädchen kicherte leise.
„Ich frag ihn, ob wir zusammen…lernen können“, flüsterte eines der Mädchen.
„Du meinst, du fragst ihn, ob ihr vögeln könnt!“,lachte das andere Mädchen leise.
„Joa…Aber, warum setzt er sich nicht neben Hotti-Poppi-Lauren?“
„Ja, welcher Kerl ist denn bitte nicht von ihren aufgepumpten Brüsten angetan?“
„Mhmh“, stimmte das andere Mädchen zu.
Ich fing nun an Mr Banner zuzuhören.
Er redete darüber, dass wir Mücken in ein extra dafür bestimmtes Glas tunken sollen, was dafür da war, sie bewusstlos zu machen.
Danach sollten wir sie unter dem Mikroskop anschauen.
Als er uns sagte, dass wir anfangen können , wandte ich mich an Isabella.
„Isabella? Holst du das Mikroskop? Ich hol die Mücken und das kleine Becken“
Sie schaute auf meine Schuhe und nickte.
Dann ging sie zum Mikroskopen-Schrank, wo etliche von Mikroskopen standen.
Ich sah ihr hinterher und machte mich auf den Weg das Becken zu holen.
Als ich mit dem Becken zurückkam, sah ich , wie Bella noch an der Schlange stand und sich seltsam zurückhielt.
Sie vermied es, jemanden zu berühren.
Ich seufzte und holte mit einer Pinzette eine Mücke von Mr Banners Pult und ein Tuch.
Als ich mich umdrehen wollte, sagte Mr Banner „Es ist gut, dass du sich neben Isabella gesetzt hast, sie sitzt schon seit einem Jahr alleine und .. naja , ich denke, sie schafft das Ganze nicht.“
Ich nickte und ging zu meinem Sitzplatz zurück.
Ich stellte alles ab und wollte zu Bella gehen, die gerade dabei war, sich eines der Mikroskope heraus zu holen, als Lauren sie absichtlich in den Schrank schubste.
Meine Augen weiteten sich, als ich sah, wie Bella in den vollen Schrank stürzte und eine der Latten abbrach und alle Mikroskope auf sie einstürzten.
Isabella hatte keinen Ton von sich gegeben.
Kein Weinen oder Schreien und Fluchen oder sonst was, nicht mal ein Tritt in Richtung Lauren, die sich herzlich amüsierte.
Sie lachte laut und applaudierte sich selbst.
Die Menge um mich herum fing auch an zu lachen und lästern .
Nein, nicht über Lauren , sondern über Isabella.
Als ich Isabella aus dem Trümmer raushelfen wollte, kam Mr Banner und schob die zerstörten Mikroskope beiseite, die auf ihr lagen.
Ihr ging ihm nach und stellte mich neben ihn.
Noch vollkommen unter Schock.
„Holt jemand den Notarzt?“ , sagte Mr Banner laut.
Ich wollte zu ihm gehen, aber ich fühlte mich wie gerädert.
Nicht ging mehr.
Weder meine Stimme , noch mein Körper.
„HEY! JEMAND SOLL VERDAMMT NOCHMAL DEN NOTARZT RUFEN!!!!!!!!!!!!“, schrie Mr Banner.
Ich rannte aus dem Raum, runter zur Verwaltung.
Ich riss die Tür auf und sagte der Sekretärin etwas zu laut und schnell und außer Atem .
„Isabella wurde im Biologie Kurs in den Mikroskopen-Schrank gestürzt .
Sie sind alle auf sie gefallen und zerbrochen! Sie müssen den Notarzt rufen!“
Sie nickte und tippte die Nummer im Telefon schnell ein und rief an.
Als sie fertig mit dem Anruf war , bedankte ich mich und sprintete hoch zum Biologieraum.
Oben angekommen , saßen alle auf ihren Plätzen.
Isabella lag auf dem Pult des Lehrers.
„Mr Banner? Der Notarzt muss gleich kommen!“ , informierte ich ihn und ging zu Isabella.
„Ok“, sagte dieser und kümmerte sich um Isabella.
Er legte ihr ein nasses Tuch an ihren Kopf und redete auf sie ein.
Doch sie antwortete nicht.
Sie lag einfach still und steif da.
Ihr dunkelgrünes Shirt war teilweise zerrissen und ihre Haare zerzaust.
Ihre braunen Augen waren eiskalt und gefühlslos.
„Wie geht es ihr?“, fragte ich Mr Banner.
„Ich..ich weiß es nicht. Sie redet nicht mit mir. Eigentlich redet sie nie…“, sagte er verzweifelt.
Die Tür stand offen und plötzlich stürmten ein paar Männer mit einer Liege rein.
Sie legten Bellas schlaffen Körper auf ich und nahmen ihn mit.
Ich wurde so wütend auf Lauren, dass ich sie am liebsten K.O. geschlagen hätte.
Ich setzte mich auf meinen einsamen Platz..hinten…alleine.
„Wie ist das passiert?“, fragte Mr Banner wütend.
Gerade als ich antworten wollte, sagte Lauren „Sie hat das Gleichgewicht verloren und ist reingefallen. Typisch! Wenn man so dämlich ist wie sie“
Mr Banner schien ihr nicht zu glauben .Gut so!
„War das wirklich so?“ , fragte er in die Klasse rein.
Es kamen „Ja´s“ , „Yeah´s“ und „Voll´s“ und noch anderes dieser Art.
Meine ach so liebe Klasse ließ mich einfach nicht zu Wort kommen.
Ich hatte das Gefühl, sie könnten meine Gedanken lesen!
Und schon schellte es.
Fast alle rannten aus dem Klassenräumen , während ich gemütlich einpackte.
Ich beschloss alleine mit Mr Banner zu reden.
Das wäre wohl am besten.
Doch da kam sie auch schon . Lauren!
„Hey, Sweety“ , sagte sie .
Ich schaute sie nicht an , sondern packte weiter.
„Woll´n wir.. auf dem Mächenklo lernen?“
Ich ignorierte sie .
„Wir könnten uns addieren , danach multiplizieren und sogar dividieren und subtrahieren“
„Seit wann , kennst du solche Begriffe“ , sagte ich wütend und schlug ihre Hand weg, die sich mir an die Wange gelegt hatte.
Einige der Mädchen, darunter auch die Rothaarige, standen etwas weiter weg und machten anerkennende Geräusche.
Lauren lachte .
„Komm schon, Süßer! Wer kann denen“ , sie musste wohl auf ihre Brüste zeigen , aber da ich nicht hinschaute , konnte ich es-zum Glück- nicht sehen „wiederstehen?“
„Weißt du , was du bist? Eine dreckige Schlampe!“ , gab ich bissig von mir , drehte mich von ihr weg und ging aus dem Raum.
Als ich den Flur entlang ging, konnte ich nur an Isabella denken.
Wie sie in den Schrank geschubst wurde…War das der Grund, warum sie so ruhig war?
Weil sie gemobbt wurde?
Wenn das der Grund war, würde ich ihr sogar helfen können.
Vielleicht könnte ich mit Lauren ein ernstes Wörtchen reden, falls das bei ihr möglich war.
Und wenn nicht, würde ich Isabella seelische helfen.
Ich würde ihr Freund sein.
So wie es aussah, ihr einziger.
Betrübt stieg ich in meinen Volvo und schmiss die Tür zu.
Ich seufzte tief und drückte den Schlüssel in das Zündschloss und fuhr los.
Aus dem Spiegel sah ich Lauren und ihren verträumten Blick.
Es war kindisch.
Jawohl, aber ich würde es ihr heimzahlen.
Aber zu Erst musste ich Bella dazu bringen, mit mir zu reden.
Ich würde ihr zuhören und helfen.
Falls sie überhaupt redete.
Als ich in unserer Garage ankam, ging ich die Treppen hoch.
Ich würde Carlisle fragen, ob er die Swans kannte.
>>Ein Anfang ist nicht immer etwas Gutes<<
Ich stieg aus meinem silbernen Volvo und bahnte mir meinen Weg durch die Schülermasse.
Mein Ziel war das große Gebäude, das ungefähr zwanzig Meter von mir entfernt stand.
Kurz bevor ich nach der Tür greifen und zur Sekretärin gehen konnte, stellte sich ein blondes Mädchen vor mich.
"Hey, Ich bin Lauren . Du bist wohl ein Neuer . Soll ich dich rumführen?"
Sie lächelte und streckte mir ihre Hand entgegen .
Ich setzte mein altbekanntes Lächeln auf und nahm ihre Hand und ließ sie drei Sekunden später los.
"Ich bin Edward. Edward Cullen. Danke, aber ich finde schon meinen Weg"
Sie verzog ihr Gesicht und in der nächsten Sekunde lächelte sie wieder.
Ich lächelte auch wieder und öffnete die schwere Tür .
Nicht , dass mein Lächeln echt war oder die Tür schwer , aber sie ungewöhnlich schwer .
"Ich kann dich ja später rumführen , wenn du willst.." , schrie sie mir entgegen .
Forks High.
So sollte also die Schule hier beginnen .
Mit einer Blondie , die mich am liebsten flach gelegt hätte .
Wie toll , dachte ich ironisch.
Ich ging den Flur entlang und folgte dem Schild : >Verwaltung< Raum 003 .
Raum 003.
Ich stand vor ihr .
Schnell atmete ich ein und aus und öffnete die Tür .
Ich betrat den Raum und sah in ein grinsendes Gesicht .
Die Frau saß hinter einem großen Tresen .
Sie hatte rotes , schulterlanges , hoffnungslos gesplisstes Haar und eine schwarze Brille , dazu ein fröhliches Lächeln .
"Hallo , mein Junge" , sagte sie herzlich .
"Hallo , ich bin Edward Cullen" , ertönte meine monotone Stimme .
Sie schaute in ihre Unterlagen . "Ah... Mr.Cullen . Okay. Also…Das“ , sagte sie und reichte mir einen kleinen Stapel Blätter „Ist dein Stundenplan und eine Übersicht des Schulgeländes .“
„Danke, Miss“ , sagte ich höflich und ließ meinen Blick über meinen Stundenplan schweifen.
„Wenn du Hilfe brauchst, musst du einfach fragen“ , sagte sie und lächelte mich warmherzig an.
„Du musst das hier“, sie zeigte auf eines der Blätter „Von deinen Lehrern unterschreiben lassen und am Ende des Schultages hierhin zurück bringen“
Ich nickte und wollte hier weg.
Klar, sie war nett, aber ich wollte mir meine Unterlagen alleine und in Ruhe anschauen.
Ich hasste den Tumult abgrundtief.
Deshalb vermied ich Partys so oft wie möglich.
Zumindest jene, die man mit sechzig anderen, teils wildfremden, teils verhassten Leuten feiert.
Als ich den Flurweg zurückging, sah ich plötzlich eine kleine Gestalt auf dem Boden hocken.
Beinahe hätte ich mich erschrocken, aber nur beinahe.
„Hey“, sagte ich höflich und stellte mich vor die kleine Gestalt.
Erst jetzt bemerkte ich, dass es ein kleines Mädchen mit langen Haaren war, die ein Buch las.
Sie saß im Schatten und es machte eine deprimierende Stimmung, die drohte auf mich über zu gehen, was ich verhindern musste, denn sonst würde mein Tag noch schlimmer laufen, wobei das fast nicht mehr ging.
Der Kopf des Mädchens zuckte hoch und ich erkannte wunderschöne, braune Augen.
„Hallo“, sagte ich nochmal zu ihr.
Vielleicht hatte sie mich nicht ganz verstanden.
Ich duckte mich zu ihr runter und schaute in ihr Gesicht, dass sie wieder abgewandt hatte.
„Wie geht’s?“, fragte ich.
Vielleicht verstand sie meine Sprache nicht.
Vielleicht kam sie aus dem Ausland, was eigentlich nicht sein konnte, denn sie sah wie eine Amerikanerin aus.
Aber möglicherweise war sie eine Analphabetin.
Edward, du Depp!
Wenn sie eine Analphabetin sein sollte, wie könnte sie dann ein Buch lesen?!
Toll, vielleicht tut sie nur so, als würde sie ein Buch lesen!!!
Mein Ego wurde leicht davon zerstört, dass sie mich ignorierte.
„Mh…Was liest du da?“, fragte ich und deutete auf ihr Buch.
Als sie nicht reagierte, wollte ich nach dem Buch greifen und als meine Hand ihrer Hand näher kam und kurz davor war sie zu berühren, zuckte sie zusammen.
Sie stand auf und rannte-oder eher gesagt , stolperte- von mir weg.
Ihre Beine knickten andauernd in sich hinein.
Ich seufzte und stand wieder auf.
Die Bilder in meinem Kopf, wie das kleine , hübsche Mädchen wegen mir zusammengezuckt und raus gestolpert war, brannte sich in meine Netzhaut ein.
Na super!
In der ersten Stunde hatte ich Mathe bei Mr Varner.
Mathe war okay, aber Mr Varner schien mich nicht ganz zu…mögen.
Ich musste mich vorstellten und mich dann neben einem Typen namens Mike setzen.
Ich lächelte ihm kurz freundschaftlich zu und setzte mich neben ihn in die dritte Reihe am Fenster.
Er erwiderte mein Lächeln gezwungen.
Sein ‚Lächeln‘-wenn man das so nennen konnte, wirkte keinesfalls freundschaftlich.
Das konnte ich besser.
Als Mr Varner mich mit Fragen abschoss, die ich teils richtig beantwortete ,wünschte ich wieder an meiner alten Schule zu sein.
Illinois war mein zu Hause!
Ich liebte meine Heimatstadt Chicago, mit all seinen Sehenswürdigkeiten und Geschäften und auch dem anderen Mist.
Forks hingegen, hier nördlich der Vereinigten Staaten in Washington war einfach nur…etwas für Kleinstädter, die hier gerne lebten, was einzig und allen daran lag, dass sie die weite Welt nicht gesehen hatten.
Denn wäre dem so, so würde Forks nicht mehr existieren.
Vielleicht würde es zu Industriegebiet verarbeitet werden.
Endlich klingelte es.
Erlösung!
Während ich mit meinem Stundenplan beschäftigt war, tippte mich jemand an der Schulter an.
Ich blickte auf und sah eine Brünette.
„Hi“, sagte sie.
„Hey“ , sagte ich und lächelte wieder.
„Ich bin Jessica Stanley. Du kannst mich aber auch Jess nennen. Wie du willst. Soll ich dir mit dem Stundenplan helfen?“
„Okay“, sagte ich.
„Was hast du jetzt gleich?“
„Biologie bei Mr Banner“ , sagte ich.
„Biologie ||?“
„Ja…“
„Ou…“ , sagte sie und zog das O und das U weit auseinander.
„Was?“
Sie lachte peinlich berührt.
„Ach, wirst du früh genug erfahren. Ich hab jetzt Sport.“
Ich ging zu Mr Varner und ließ ihn auf einen der Blätter unterschreiben, ohne ein Wort zu sagen, unterschrieb er und verließ den Raum.
„Woll´n wir gehen?“ , fragte Jessica und deutete auf die Tür.
Ich nickte und folgte ihr durch den Gang.
„Hier.“ , sagte sie und stand vor einer Tür.
„Danke“ , sagte ich zu ihr.
„Bitte“
Sie lächelte und zwinkerte mir zu.
Als ich die Tür öffnete, sah ich SIE.
Das blasse Mädchen von heute morgen.
Sie saß in der letzten Reihe, alleine und las ihr Buch.
Ich trat in den Raum und ging zum Lehrer, der in der kurzen Pause etwas aß.
Er unterschrieb meinen Zettel.
„Wir haben zwei freie Plätze“ , sagte er und deutete aus die erste Reihe.
„Hier, neben Lauren“
Dann zeigte er in die letzte Reihe
„Oder hinten neben Isabella“
„Ich gehe mich dann mal dahin setzen..“, sagte ich und deutete auf den freien Platz neben Isabella.
Isabella.
So hieß sie also.
Ein wunderschöner Name.
Vielleicht würde sie endlich mit mir reden, wenn ich neben ihr saß.
Mr Banner fing an mit dem Unterricht.
Aus der Reihe vor uns hörte ich ein Flüstern.
Ein Mädchen sagte zu ihrer Nachbarin:“Das ist Edward Cullen. Ist der nicht heiß?“
Das andere Mädchen drehte sich zu mir nach hinten.
Schnell wand ich meinen Kopf ab und schaute zu Mr Banner, ohne ihm zuzuhören.
Als sich das rothaarige Mädchen wieder umgedreht hatte, schaute ich wieder zu ihnen.
„Geil“ , flüsterte sie.
„Warum setzt der sich bloß neben Swan?“
Swan? War das ihr Nachname?
Isabella Swan.
„Mitleid?“
Das andere Mädchen kicherte leise.
„Ich frag ihn, ob wir zusammen…lernen können“, flüsterte eines der Mädchen.
„Du meinst, du fragst ihn, ob ihr vögeln könnt!“,lachte das andere Mädchen leise.
„Joa…Aber, warum setzt er sich nicht neben Hotti-Poppi-Lauren?“
„Ja, welcher Kerl ist denn bitte nicht von ihren aufgepumpten Brüsten angetan?“
„Mhmh“, stimmte das andere Mädchen zu.
Ich fing nun an Mr Banner zuzuhören.
Er redete darüber, dass wir Mücken in ein extra dafür bestimmtes Glas tunken sollen, was dafür da war, sie bewusstlos zu machen.
Danach sollten wir sie unter dem Mikroskop anschauen.
Als er uns sagte, dass wir anfangen können , wandte ich mich an Isabella.
„Isabella? Holst du das Mikroskop? Ich hol die Mücken und das kleine Becken“
Sie schaute auf meine Schuhe und nickte.
Dann ging sie zum Mikroskopen-Schrank, wo etliche von Mikroskopen standen.
Ich sah ihr hinterher und machte mich auf den Weg das Becken zu holen.
Als ich mit dem Becken zurückkam, sah ich , wie Bella noch an der Schlange stand und sich seltsam zurückhielt.
Sie vermied es, jemanden zu berühren.
Ich seufzte und holte mit einer Pinzette eine Mücke von Mr Banners Pult und ein Tuch.
Als ich mich umdrehen wollte, sagte Mr Banner „Es ist gut, dass du sich neben Isabella gesetzt hast, sie sitzt schon seit einem Jahr alleine und .. naja , ich denke, sie schafft das Ganze nicht.“
Ich nickte und ging zu meinem Sitzplatz zurück.
Ich stellte alles ab und wollte zu Bella gehen, die gerade dabei war, sich eines der Mikroskope heraus zu holen, als Lauren sie absichtlich in den Schrank schubste.
Meine Augen weiteten sich, als ich sah, wie Bella in den vollen Schrank stürzte und eine der Latten abbrach und alle Mikroskope auf sie einstürzten.
Isabella hatte keinen Ton von sich gegeben.
Kein Weinen oder Schreien und Fluchen oder sonst was, nicht mal ein Tritt in Richtung Lauren, die sich herzlich amüsierte.
Sie lachte laut und applaudierte sich selbst.
Die Menge um mich herum fing auch an zu lachen und lästern .
Nein, nicht über Lauren , sondern über Isabella.
Als ich Isabella aus dem Trümmer raushelfen wollte, kam Mr Banner und schob die zerstörten Mikroskope beiseite, die auf ihr lagen.
Ihr ging ihm nach und stellte mich neben ihn.
Noch vollkommen unter Schock.
„Holt jemand den Notarzt?“ , sagte Mr Banner laut.
Ich wollte zu ihm gehen, aber ich fühlte mich wie gerädert.
Nicht ging mehr.
Weder meine Stimme , noch mein Körper.
„HEY! JEMAND SOLL VERDAMMT NOCHMAL DEN NOTARZT RUFEN!!!!!!!!!!!!“, schrie Mr Banner.
Ich rannte aus dem Raum, runter zur Verwaltung.
Ich riss die Tür auf und sagte der Sekretärin etwas zu laut und schnell und außer Atem .
„Isabella wurde im Biologie Kurs in den Mikroskopen-Schrank gestürzt .
Sie sind alle auf sie gefallen und zerbrochen! Sie müssen den Notarzt rufen!“
Sie nickte und tippte die Nummer im Telefon schnell ein und rief an.
Als sie fertig mit dem Anruf war , bedankte ich mich und sprintete hoch zum Biologieraum.
Oben angekommen , saßen alle auf ihren Plätzen.
Isabella lag auf dem Pult des Lehrers.
„Mr Banner? Der Notarzt muss gleich kommen!“ , informierte ich ihn und ging zu Isabella.
„Ok“, sagte dieser und kümmerte sich um Isabella.
Er legte ihr ein nasses Tuch an ihren Kopf und redete auf sie ein.
Doch sie antwortete nicht.
Sie lag einfach still und steif da.
Ihr dunkelgrünes Shirt war teilweise zerrissen und ihre Haare zerzaust.
Ihre braunen Augen waren eiskalt und gefühlslos.
„Wie geht es ihr?“, fragte ich Mr Banner.
„Ich..ich weiß es nicht. Sie redet nicht mit mir. Eigentlich redet sie nie…“, sagte er verzweifelt.
Die Tür stand offen und plötzlich stürmten ein paar Männer mit einer Liege rein.
Sie legten Bellas schlaffen Körper auf ich und nahmen ihn mit.
Ich wurde so wütend auf Lauren, dass ich sie am liebsten K.O. geschlagen hätte.
Ich setzte mich auf meinen einsamen Platz..hinten…alleine.
„Wie ist das passiert?“, fragte Mr Banner wütend.
Gerade als ich antworten wollte, sagte Lauren „Sie hat das Gleichgewicht verloren und ist reingefallen. Typisch! Wenn man so dämlich ist wie sie“
Mr Banner schien ihr nicht zu glauben .Gut so!
„War das wirklich so?“ , fragte er in die Klasse rein.
Es kamen „Ja´s“ , „Yeah´s“ und „Voll´s“ und noch anderes dieser Art.
Meine ach so liebe Klasse ließ mich einfach nicht zu Wort kommen.
Ich hatte das Gefühl, sie könnten meine Gedanken lesen!
Und schon schellte es.
Fast alle rannten aus dem Klassenräumen , während ich gemütlich einpackte.
Ich beschloss alleine mit Mr Banner zu reden.
Das wäre wohl am besten.
Doch da kam sie auch schon . Lauren!
„Hey, Sweety“ , sagte sie .
Ich schaute sie nicht an , sondern packte weiter.
„Woll´n wir.. auf dem Mächenklo lernen?“
Ich ignorierte sie .
„Wir könnten uns addieren , danach multiplizieren und sogar dividieren und subtrahieren“
„Seit wann , kennst du solche Begriffe“ , sagte ich wütend und schlug ihre Hand weg, die sich mir an die Wange gelegt hatte.
Einige der Mädchen, darunter auch die Rothaarige, standen etwas weiter weg und machten anerkennende Geräusche.
Lauren lachte .
„Komm schon, Süßer! Wer kann denen“ , sie musste wohl auf ihre Brüste zeigen , aber da ich nicht hinschaute , konnte ich es-zum Glück- nicht sehen „wiederstehen?“
„Weißt du , was du bist? Eine dreckige Schlampe!“ , gab ich bissig von mir , drehte mich von ihr weg und ging aus dem Raum.
Als ich den Flur entlang ging, konnte ich nur an Isabella denken.
Wie sie in den Schrank geschubst wurde…War das der Grund, warum sie so ruhig war?
Weil sie gemobbt wurde?
Wenn das der Grund war, würde ich ihr sogar helfen können.
Vielleicht könnte ich mit Lauren ein ernstes Wörtchen reden, falls das bei ihr möglich war.
Und wenn nicht, würde ich Isabella seelische helfen.
Ich würde ihr Freund sein.
So wie es aussah, ihr einziger.
Betrübt stieg ich in meinen Volvo und schmiss die Tür zu.
Ich seufzte tief und drückte den Schlüssel in das Zündschloss und fuhr los.
Aus dem Spiegel sah ich Lauren und ihren verträumten Blick.
Es war kindisch.
Jawohl, aber ich würde es ihr heimzahlen.
Aber zu Erst musste ich Bella dazu bringen, mit mir zu reden.
Ich würde ihr zuhören und helfen.
Falls sie überhaupt redete.
Als ich in unserer Garage ankam, ging ich die Treppen hoch.
Ich würde Carlisle fragen, ob er die Swans kannte.