2. Viele Gespräche
Als ich das Wohnzimmer unseres großen Hauses betrat, fand ich es leer vor.
Ich ging in die Küche, wo ich Esme sah, die gerade einen Kuchen zu backen schien.
„Hey, Mom“, sagte ich und stellte mich hinter sie.
„Hallo, Edward“, sagte sie und drehte sich zu mir.
„Mh..Kuchen.“, sagte ich und lachte.
„Du musst aber noch warten, er ist noch nicht fertig“
„Natürlich“
Esme lachte.
Sie war die beste Mutter der Welt.
„Wo ist Dad?“
„In seinem Büro. Er ist gerade erst gekommen. Ein Mädchen wurde eingeliefert. Ich weiß nicht genau, was passiert ist, aber darum geht’s ja auch nicht“
Und wie!
„Danke“, sagte ich und ging die Treppen hoch und klopfte an Carlisles Büro-Tür.
„Ja?“, hörte ich seine gedämpfte Stimme aus dem Raum.
Ich öffnete die Tür, trat herein und schloss sie hinter mir.
Carlisle unterschrieb grad einige seiner Unterlagen.
Ich setzte mich auf den Stuhl, der vor seinem Schreibtisch, gegenüber von seinem Stuhl stand.
„Was ist, mein Junge?“, fragte Carlisle väterlich und schaute auf.
„Ähm..Ich wollte dich fragen, ob die du Swans kennst…“
„Die Familie Swan? Ja“
„Kannst du mir erzählen, was du über sie weißt? Es ist wichtig!“
Carlisle schaute mich verwirrt an „…Ok“
Er räusperte sich und fing an.
„Charlie und seine damalige Frau haben hier vor fast achtzehn Jahren geheiratet. Sie haben zusammen ein Jahr lang hier gelebt. Sie bekamen ein kleines Mädchen. Isabella… Sie ist auf deiner Schule.“
Ich nickte.
„Dann trennten sich ihre Eltern. Seine Frau zog in den Süden…so weit ich weiß. Und seine Tochter lebte bei ihr. Dann …vor ungefähr drei vier Jahren kam sie nach Forks und lebte bei ihrem Vater. Ja… Aber irgendwie ist sie anders geworden… Isabella. Das erste Jahr, als sie hier lebte, gehörte sie zu einer AG an ihrer Schule, die freiwillig ohne Gegenleistung den Schwestern in dem Krankenhaus halfen. Sie hat das echt gut gemacht…“
Er war ganz versunken in seine Geschichte und schien mich zu vergessen.
„Sie hat mir gut geholfen. Dann sagte sie, dass sie zu viel Schulstress hatte und kam das nächste Jahr lang sehr selten. Das Jahr darauf, kam sie gar nicht mehr. Vor zwei Jahren ging sie plötzlich aus allen Teams, die sie früher so geliebt hatte. Sie ging auch nicht mehr mit ihren Freunden zu dem kleinen Kiosk gegenüber von dem Krankenhaus, wo sie sich immer Süßigkeiten gekauft hatten. Sie war verrückt nach dem klebrigen Zeug, den sie dort verkaufen“ , fügte er lächelnd hinzu.
„Achso“, sagte ich nur.
„Gibt es einen besonderen Grund für deine Fragen?“
„Nein“, log ich
„Mom hat einen super Kuchen gebacken, da muss ich zugreifen“, sagte ich schnell, damit er mich nicht weiterfragte.
Ich hasste es, ihn anzulügen.
Carlisle lachte und ich rannte raus, schloss die Tür zu und sah unten in die Küche.
Esme war dabei, den Schokoladenkuchen aus dem Herd zu holen.
„Edward? Rufst du deinen Vater? Damit wir zusammen essen können?“
„Ok, Mom“
Ich sagte meinem Dad bescheid und wir aßen zusammen den leckeren Schokoladenkuchen, den Esme mit einer dicken Schokoladenglasur überzogen und anschließend Puderzucker darauf geschüttelt hatte.
Als wir fertig waren, fragte ich Mom, ob ich mir paar Stücke mitnehmen konnte.
Ich nahm mir drei Stücke und wickelte sie in Alufolie.
Mit den Kuchenstücken rannte ich runter zu meinem Auto.
Ich legte sie auf den Beifahrersitz und setzte mich in meinen Volvo.
Isabella war also früher beliebt?
Jetzt war es amtlich!
Sie hatte ein Geheimnis.
Ich fuhr los zum Krankenhaus, wo auch Carlisle arbeitete.
Ich parkte mein Auto in der Garage und nahm die Kuchenstücke mit in das Krankenhaus.
Unten an der Rezepzion fragte ich nach Isabella Swan.
Sie sagten mir, dass in Raum 145 war.
Es waren noch Besuchszeiten, also ging ich den Flur entlang, die Treppen hoch und weiter.
142, 143, 144, 145…
Ihre Tür war offen und bevor ich den Raum betrat, lugte ich hinein.
Ihr Ranzen lag auf dem Boden.
Ein brauner , kleiner Dakine Ranzen mit grünen Kreisen.
Da lag eine kleine Gestalt in einem weißen Schlafanzug auf der Liege.
Sie hatte ein Buch in der Hand.
Ich ging leise auf sie zu.
Sie hatte mich nicht bemerkt und las den Titel des Buches. Sturmhöhe.
Das hatte ich mal gehört.
Aber gelesen hatte ich es nicht.
„Hallo“, sagte ich ihr.
Sie zuckte zusammen und ließ das Buch fallen.
Es knallte auf den Boden und wir hörten, dass das Buch wohl zerrissen war.
Ich bückte mich und griff danach.
Das Buch war schon davor zerlesen, aber jetzt, war der Einband abgerissen.
„Es tut mir Leid. Ich kauf dir ein Neues. Das war keine Absicht!“
So was konnte ja nur mir passieren!
Sie riss mir das Buch aus den Händen und schüttelte ihren Kopf.
„Doch, ich bestehe darauf!“ , beharrte ich
Wieder schüttelte sie ihren Kopf.
Sie hatte mir seit unserer Begegnung nicht in die Augen gesehen, immer schaute sie auf den Boden.
Gerade kam eine Schwester rein und ich schaute sie fragend an.
Ich ging zu ihr „Ist es ernst?“
„Nein“, sagte sie „Nur ein paar Schürfwunden. Vielleicht auch eine Gehirnerschütterung…“
„Okay. Wann kommt sie wieder raus. Wahrscheinlich morgen . Vielleicht lässt der Arzt sie auch schon heute raus. Mach dir keine Sorgen, sie hatte Glück.“
Ich nickte und wandte mich zu Bella, während die Schwester den Raum verließ.
„Hey, wenn du keinen Hunger auf das eklige Krankenhausfutter hast, kannst du was von dem Kuchen essen, den meine Mutter gebacken hat. Hier“ , ich stellte die drei Kuchenstücke, die in der Alufolie waren, neben ihre Hand .
Ich lächelte ihr zu.
Dann wurde meine Miene ernst.
„Warum sagst du denen nicht, dass Lauren die Schuldige war. Ich habs gesehen!“
Sie antwortete nicht.
Sie schien meine Worte zu ignorieren.
Sie deutete auf die Alufolie und nickte mir dankend zu.
„Bitte“, sagte ich.
Als ich nach der Alufolie greifen wollte, die neben ihrer Hand lag, um sie für sie zu öffnen, zuckte sie zusammen.
Ich hörte hinter mir Schritte.
„Besuchszeit ist um, junger Mann“, sagte eine Frauenstimme.
Ich schaute zu Bella.
„Tschau“, sagte ich zu ihr und ging aus dem Raum.
Ich fuhr meinen Volvo nach Hause und beschloss etwas im Park rumzugehen.
Als ich in Shorts und Shirt im Park rannte, wobei ich meinen iPod anhatte und durch die Kopfhörer „Not afraid“ hörte.
Plötzlich spürte ich eine große Hand an meinem Arm.
Ich schaute auf und machte den iPod aus.
Ich riss mir die Hörer von den Ohren und musterte die breite Person vor mir.
Wer war das?
„Hey“, sagte ich.
„Hi. Ich bin Emmet. Aus der Forks High. Du bist doch Edward Cullen , oder?“
„Ja, der bin ich“ , sagte ich verwirrt.
„Cool! Voll krass. Hab gehört, du hast Lauren beschimpft. Keiner hat sie je beschimpft, Alter! Erstens, weil man erst auf ihre aufgeblasenen Titten starrt und Zweitens ist das so bei ihr. Wenn sie´n Kerl im Visier hat, macht sie direkt rum, da hast’e keine Zeit mehr zu schimpfen!“
Er lachte.
„Sie ist sehr…“ , ich wollte ihr ein gerechtes Wort finden, was sehr viel Zeit in Anspruch nahm.
„Eine verfickte Schlampe?“, sagte er mit einer kleinen Frage in sich.
„Ja,so kann man das sagen“
Ich lachte.
„Du bist korrekt, Alter“ , sagte er und stieß mir freundschaftlich gegen den Oberarm.
Wir setzten uns auf eine Bank im Park.
Ich musste meine Chance ergreifen!
„Kennst du Isabella Swan?“ , fragte ich und tat so, als wäre es mir egal, wie seine Antwort lauten würde.
„Die kleine Swan? Klaro“
„Was weißt du über sie?“
„Vor paar Jahren, war sie mit James zusammen. Aber Lauren war voll heiß auf den. Da hat der Zickenterror angefangen.“
Wieder lachte er.
„Wer ist James?“, fragte ich.
„Ach, James ist´n Arsch. Der ist in meiner Politik-gruppe. Man. Du musst den sehen, macht jedes Mädchen an. Hab gehört, dass er immer Stunden schwänzt um mit Jess auf dem Frauenklo rum zu bumsen! Jessica ist echt eine Schlampe, aber James ist nicht der Liebe! Keines Falls! Jessica Stanley soll von dem Schwanger sein! Viktoria hat mir gesagt, dass Jessica das Kind nicht abtreiben will, aber James wird sich eh nicht um den kümmern. Deshalb sucht sie jetzt einen anderen, um es mit dem zu treiben und dann das Kind von James mit demjenigen großzuziehen, wobei der Kerl dann denken soll, dass er der Vater wäre. Jasper hat mich erzählt, dass das seinem Freund passiert wäre, aber der wüsste schon ihre ganze Geschichte. Laurent hatte einfach einen kleinen Fick gebraucht. Nichts Ernstes! Da hatte er sich Jessica genommen.“
„Aso“, machte ich.
„Frag doch mal James. Der weiß bestimmt viel mehr, was mit Isabella ist und so“ , riet er mir „Muss los, sonst denkt Rose noch ich treibt hier was“
Er zwinkerte mir zu.
„Danke, Mann“ , sagte ich lächelnd
„Geh zur Rosemarry Street 14“ , schrie Emmett aus weiter Entfernung.
Und so joggte ich zur Rosemarry Street.
Vielleicht würde der mir helfen.
Ich klopfte an der Haustüre 14.
Nach einer Weile , wurde die Tür geöffnet.
Ein junger Mann mit blondem Haar und geöffnetem Hemd stand vor ihr.
„Hey.“ , sagte ich.
„Warte! Bist du Edward Cullen?“
„Ja“
„Der, der Lauren mal eine gegeben hat?“
„Jap , genau der bin ich“
„Lauren ist eine Luder! Jeder, der sie hasst, ist mein Freund. Komm rein“
Er lachte und brachte mich zum großen Wohnzimmer.
Es musste wohl seine eigene Wohnung sein, denn welche Eltern würden die Wohnzimmerwand blau anstreichen und überall Bilder von nackten oder halbnackten Frauen hinhängen?
„Was geht ab?“ , fragte er.
„Ein Freund hat mir erzählt, du wärst mit Jessica und einigen ANDEREN aus unserer High School zusammen. Und ich will ja richtig informiert sein und so , da wollte ich wissen, was so abgeht.“
James war sehr aufgeschlossen und vertraute mir.
„Ach, Jessica Stanley“ , sagte er und ließ es als Schimpfwort klingen
„Ich sag dir, vögel nicht mehr der! Aus Mitleid und Bedürfnis mache ich mit der rum und sie will dieses arschverfickte Kind nicht abtreiben lassen. Jessica und Lauren sind echt die Schlampen der Nation. Ich war schon mit beiden zusammen. Lauren fickt zwar gut, aber das wars auch schon. Manchmal fick ich noch mit der, aber nur, weil sie das gut kann. Vor Jessica hatte ich ja Lauren . Davor hatte ich Vicci- die kennst du nicht. Die ist drei Jahre älter als ich. Oh mein Gott! Die hatte bis sie 19 wurde noch nie gefickt, Als ich die dann entjungfert habe, wusste sie gar nicht, was die machen soll. Hat meinen Pimmel falsch gehalten und so .Echt krass..."
Er dachte nach.
"Davor hatte ich noch zwei oder drei andere, die paar Jahre jünger sind. Nichts Besonderes... Dann noch Viktoria. Echt heiß. Ihre Haare sind echt geil , vor allem beim Sex."
James lachte laut los.
"Aber ficken ist nicht ihr Talent. Das war echt der reine Scheiß. Ja, sie war nicht so schlecht wie Vicci, aber die zweit Schlimmste... Ach ja, davor war ich mit Swan zusammen. Die kleine, Brünette. Die WAR echt heiß. Vielleicht ein bisschen schüchtern, aber echt top. "
Er war also mit ihr zusammen.
Ich nickte und er fuhr fort.
"Bei der war alles gut. Naja, außer.. Mein Gott! Welches Mädel will nicht mit mir vögeln?! Die war echt stur. "
Plötzlich wurde sein Blick anders...
"Und...habt ihr zusammen geschlafen?", fragte ich und tat so, als wäre es mir egal.
Er zögerte , dann lachte er.
"Nein"
Innerlich atmete ich erleichtert aus.
"...Wie war sie so?"
"Echt cool. Ich mein, wer war denn schon je Kapitän in acht Teams und Mitglied in drei anderen Teams? Und wow. Sie kann echt gut küssen..."
Ich nickte .
"Warum...Ist sie so 'anders' geworden? Oder war sie immer SO?", hackte ich nach.
James schluckte hart.
Dann schüttelte er hektisch den Kopf.
"Kein Ahnung. Am einen Tag war sie voll cool und am nächsten voll wie´n Emo oder Gothic-Heini. Und die ist echt krank blass geworden, trägt merkwürdige Kleider, simst mir nicht mehr, läuft alleine rum. Sie redet nie, lässt sich rumschubsen..."
Was war mit ihr passiert?
Ich versprach mir, es herauszufinden.
Ich musste!
"Alter? Hab grad Bock Lauren zu vögeln. Ich geh zu ihr. Wenn du willst, kannst du morgen wiederkommen und mir über deine Freundinnen was erzählen. Wen du gefickt hast und so. Weißt schon...Ich empfehle dir Lauren wirklich. Die kann das gut. Perfekt!"
"Ja", sagte ich und dachte über meine Freundinnen nach.
Genauergesagt waren es bis jetzt zwei.
Armselig!
Jeanette und Miranda...
"Hey, wenn du´n bissl Gras brauchst, bin immer hinter dem Skatepark . Immer in den großen Pausen. Wenn du Bock hast, können wir morgen uns paar Weiber schnappen und auf der Toilette in der dritten Stunde bumsen. Weil ich da eigentlich Mathe schreibe und nicht lernen werde. Bis dann, mein Schwanz ruft nach einer Fotze!"
Er lachte und ich erzwang mir ein Lachen und verließ sein Haus.
Der Typ war abartig.
Wie konte Isabella nur mit dem zusammen sein?
Plötzlich wurde ich wütend.
Auf James, auf Lauren, auf die ganze Klasse, auf die ganze Schule, auf Forks auf die Welt...auf mich.
Warum hätte mich nicht beeilen können, dann hätte sie ihr nicht wehgetan.
Als ich aufschaute, merkte ich, dass ich in meinem Zimmer auf meinem Sofa saß und laut Musik aus den Boxen dröhnte.
Scheiß Welt!
Plötzlich wurde ich durch ein dreimaliges schnelles Klopfen aus meiner Traumwelt gerissen.
"Edward?Du hast Post!", hörte ich die Stimme meiner Mom.
Sie öffnete die Tür und legte einen blauen Briefumschlag auf meinen Schrank.
Dann lächelte sie mir zu und schloss die Tür wieder.
Ich seufzte und drehte die Musik etwas leiser und nahm den Zettel.
>>Edward Cullen<<
Ich öffnete den Briefumschlag und nahm den Brief heraus.
>>Edward,
hiermit lade ich dich zu meiner großen Geburtstagsparty am neunundzwanzigsten Juni ein.
Ich akzeptierte kein 'ich kann nicht'!!!
Komm um sechzehn Uhr und du darfst um dreiundzwanzig Uhr wieder gehen.
Es wird die fetteste Party des Universums.
Zieh dir was heißes an und komm zu mir nach Hause.
Viele liebe Grü... nein, fetten Kuss
ALICE xoxo <<
Darunter stand ihre Adresse und ihre Telefonnummer.
Typisch Alice!
War sie nicht immer schon so?
Aber ich würde wohl nicht zu ihrer Party kommen.
Hatte ich nichts besseres zu tun?
Zum Beispiel Isabella stalken?
Ja, das war ich!
Ein Stalker!
Den Rest des Tages hörte ich laut Musik.
Meine Ohren fielen beinahe ab, aber es half ein klitzekleines bisschen.
So war ich nicht KOMPLETT auf Isabella fixiert.
Ich ging in die Küche, wo ich Esme sah, die gerade einen Kuchen zu backen schien.
„Hey, Mom“, sagte ich und stellte mich hinter sie.
„Hallo, Edward“, sagte sie und drehte sich zu mir.
„Mh..Kuchen.“, sagte ich und lachte.
„Du musst aber noch warten, er ist noch nicht fertig“
„Natürlich“
Esme lachte.
Sie war die beste Mutter der Welt.
„Wo ist Dad?“
„In seinem Büro. Er ist gerade erst gekommen. Ein Mädchen wurde eingeliefert. Ich weiß nicht genau, was passiert ist, aber darum geht’s ja auch nicht“
Und wie!
„Danke“, sagte ich und ging die Treppen hoch und klopfte an Carlisles Büro-Tür.
„Ja?“, hörte ich seine gedämpfte Stimme aus dem Raum.
Ich öffnete die Tür, trat herein und schloss sie hinter mir.
Carlisle unterschrieb grad einige seiner Unterlagen.
Ich setzte mich auf den Stuhl, der vor seinem Schreibtisch, gegenüber von seinem Stuhl stand.
„Was ist, mein Junge?“, fragte Carlisle väterlich und schaute auf.
„Ähm..Ich wollte dich fragen, ob die du Swans kennst…“
„Die Familie Swan? Ja“
„Kannst du mir erzählen, was du über sie weißt? Es ist wichtig!“
Carlisle schaute mich verwirrt an „…Ok“
Er räusperte sich und fing an.
„Charlie und seine damalige Frau haben hier vor fast achtzehn Jahren geheiratet. Sie haben zusammen ein Jahr lang hier gelebt. Sie bekamen ein kleines Mädchen. Isabella… Sie ist auf deiner Schule.“
Ich nickte.
„Dann trennten sich ihre Eltern. Seine Frau zog in den Süden…so weit ich weiß. Und seine Tochter lebte bei ihr. Dann …vor ungefähr drei vier Jahren kam sie nach Forks und lebte bei ihrem Vater. Ja… Aber irgendwie ist sie anders geworden… Isabella. Das erste Jahr, als sie hier lebte, gehörte sie zu einer AG an ihrer Schule, die freiwillig ohne Gegenleistung den Schwestern in dem Krankenhaus halfen. Sie hat das echt gut gemacht…“
Er war ganz versunken in seine Geschichte und schien mich zu vergessen.
„Sie hat mir gut geholfen. Dann sagte sie, dass sie zu viel Schulstress hatte und kam das nächste Jahr lang sehr selten. Das Jahr darauf, kam sie gar nicht mehr. Vor zwei Jahren ging sie plötzlich aus allen Teams, die sie früher so geliebt hatte. Sie ging auch nicht mehr mit ihren Freunden zu dem kleinen Kiosk gegenüber von dem Krankenhaus, wo sie sich immer Süßigkeiten gekauft hatten. Sie war verrückt nach dem klebrigen Zeug, den sie dort verkaufen“ , fügte er lächelnd hinzu.
„Achso“, sagte ich nur.
„Gibt es einen besonderen Grund für deine Fragen?“
„Nein“, log ich
„Mom hat einen super Kuchen gebacken, da muss ich zugreifen“, sagte ich schnell, damit er mich nicht weiterfragte.
Ich hasste es, ihn anzulügen.
Carlisle lachte und ich rannte raus, schloss die Tür zu und sah unten in die Küche.
Esme war dabei, den Schokoladenkuchen aus dem Herd zu holen.
„Edward? Rufst du deinen Vater? Damit wir zusammen essen können?“
„Ok, Mom“
Ich sagte meinem Dad bescheid und wir aßen zusammen den leckeren Schokoladenkuchen, den Esme mit einer dicken Schokoladenglasur überzogen und anschließend Puderzucker darauf geschüttelt hatte.
Als wir fertig waren, fragte ich Mom, ob ich mir paar Stücke mitnehmen konnte.
Ich nahm mir drei Stücke und wickelte sie in Alufolie.
Mit den Kuchenstücken rannte ich runter zu meinem Auto.
Ich legte sie auf den Beifahrersitz und setzte mich in meinen Volvo.
Isabella war also früher beliebt?
Jetzt war es amtlich!
Sie hatte ein Geheimnis.
Ich fuhr los zum Krankenhaus, wo auch Carlisle arbeitete.
Ich parkte mein Auto in der Garage und nahm die Kuchenstücke mit in das Krankenhaus.
Unten an der Rezepzion fragte ich nach Isabella Swan.
Sie sagten mir, dass in Raum 145 war.
Es waren noch Besuchszeiten, also ging ich den Flur entlang, die Treppen hoch und weiter.
142, 143, 144, 145…
Ihre Tür war offen und bevor ich den Raum betrat, lugte ich hinein.
Ihr Ranzen lag auf dem Boden.
Ein brauner , kleiner Dakine Ranzen mit grünen Kreisen.
Da lag eine kleine Gestalt in einem weißen Schlafanzug auf der Liege.
Sie hatte ein Buch in der Hand.
Ich ging leise auf sie zu.
Sie hatte mich nicht bemerkt und las den Titel des Buches. Sturmhöhe.
Das hatte ich mal gehört.
Aber gelesen hatte ich es nicht.
„Hallo“, sagte ich ihr.
Sie zuckte zusammen und ließ das Buch fallen.
Es knallte auf den Boden und wir hörten, dass das Buch wohl zerrissen war.
Ich bückte mich und griff danach.
Das Buch war schon davor zerlesen, aber jetzt, war der Einband abgerissen.
„Es tut mir Leid. Ich kauf dir ein Neues. Das war keine Absicht!“
So was konnte ja nur mir passieren!
Sie riss mir das Buch aus den Händen und schüttelte ihren Kopf.
„Doch, ich bestehe darauf!“ , beharrte ich
Wieder schüttelte sie ihren Kopf.
Sie hatte mir seit unserer Begegnung nicht in die Augen gesehen, immer schaute sie auf den Boden.
Gerade kam eine Schwester rein und ich schaute sie fragend an.
Ich ging zu ihr „Ist es ernst?“
„Nein“, sagte sie „Nur ein paar Schürfwunden. Vielleicht auch eine Gehirnerschütterung…“
„Okay. Wann kommt sie wieder raus. Wahrscheinlich morgen . Vielleicht lässt der Arzt sie auch schon heute raus. Mach dir keine Sorgen, sie hatte Glück.“
Ich nickte und wandte mich zu Bella, während die Schwester den Raum verließ.
„Hey, wenn du keinen Hunger auf das eklige Krankenhausfutter hast, kannst du was von dem Kuchen essen, den meine Mutter gebacken hat. Hier“ , ich stellte die drei Kuchenstücke, die in der Alufolie waren, neben ihre Hand .
Ich lächelte ihr zu.
Dann wurde meine Miene ernst.
„Warum sagst du denen nicht, dass Lauren die Schuldige war. Ich habs gesehen!“
Sie antwortete nicht.
Sie schien meine Worte zu ignorieren.
Sie deutete auf die Alufolie und nickte mir dankend zu.
„Bitte“, sagte ich.
Als ich nach der Alufolie greifen wollte, die neben ihrer Hand lag, um sie für sie zu öffnen, zuckte sie zusammen.
Ich hörte hinter mir Schritte.
„Besuchszeit ist um, junger Mann“, sagte eine Frauenstimme.
Ich schaute zu Bella.
„Tschau“, sagte ich zu ihr und ging aus dem Raum.
Ich fuhr meinen Volvo nach Hause und beschloss etwas im Park rumzugehen.
Als ich in Shorts und Shirt im Park rannte, wobei ich meinen iPod anhatte und durch die Kopfhörer „Not afraid“ hörte.
Plötzlich spürte ich eine große Hand an meinem Arm.
Ich schaute auf und machte den iPod aus.
Ich riss mir die Hörer von den Ohren und musterte die breite Person vor mir.
Wer war das?
„Hey“, sagte ich.
„Hi. Ich bin Emmet. Aus der Forks High. Du bist doch Edward Cullen , oder?“
„Ja, der bin ich“ , sagte ich verwirrt.
„Cool! Voll krass. Hab gehört, du hast Lauren beschimpft. Keiner hat sie je beschimpft, Alter! Erstens, weil man erst auf ihre aufgeblasenen Titten starrt und Zweitens ist das so bei ihr. Wenn sie´n Kerl im Visier hat, macht sie direkt rum, da hast’e keine Zeit mehr zu schimpfen!“
Er lachte.
„Sie ist sehr…“ , ich wollte ihr ein gerechtes Wort finden, was sehr viel Zeit in Anspruch nahm.
„Eine verfickte Schlampe?“, sagte er mit einer kleinen Frage in sich.
„Ja,so kann man das sagen“
Ich lachte.
„Du bist korrekt, Alter“ , sagte er und stieß mir freundschaftlich gegen den Oberarm.
Wir setzten uns auf eine Bank im Park.
Ich musste meine Chance ergreifen!
„Kennst du Isabella Swan?“ , fragte ich und tat so, als wäre es mir egal, wie seine Antwort lauten würde.
„Die kleine Swan? Klaro“
„Was weißt du über sie?“
„Vor paar Jahren, war sie mit James zusammen. Aber Lauren war voll heiß auf den. Da hat der Zickenterror angefangen.“
Wieder lachte er.
„Wer ist James?“, fragte ich.
„Ach, James ist´n Arsch. Der ist in meiner Politik-gruppe. Man. Du musst den sehen, macht jedes Mädchen an. Hab gehört, dass er immer Stunden schwänzt um mit Jess auf dem Frauenklo rum zu bumsen! Jessica ist echt eine Schlampe, aber James ist nicht der Liebe! Keines Falls! Jessica Stanley soll von dem Schwanger sein! Viktoria hat mir gesagt, dass Jessica das Kind nicht abtreiben will, aber James wird sich eh nicht um den kümmern. Deshalb sucht sie jetzt einen anderen, um es mit dem zu treiben und dann das Kind von James mit demjenigen großzuziehen, wobei der Kerl dann denken soll, dass er der Vater wäre. Jasper hat mich erzählt, dass das seinem Freund passiert wäre, aber der wüsste schon ihre ganze Geschichte. Laurent hatte einfach einen kleinen Fick gebraucht. Nichts Ernstes! Da hatte er sich Jessica genommen.“
„Aso“, machte ich.
„Frag doch mal James. Der weiß bestimmt viel mehr, was mit Isabella ist und so“ , riet er mir „Muss los, sonst denkt Rose noch ich treibt hier was“
Er zwinkerte mir zu.
„Danke, Mann“ , sagte ich lächelnd
„Geh zur Rosemarry Street 14“ , schrie Emmett aus weiter Entfernung.
Und so joggte ich zur Rosemarry Street.
Vielleicht würde der mir helfen.
Ich klopfte an der Haustüre 14.
Nach einer Weile , wurde die Tür geöffnet.
Ein junger Mann mit blondem Haar und geöffnetem Hemd stand vor ihr.
„Hey.“ , sagte ich.
„Warte! Bist du Edward Cullen?“
„Ja“
„Der, der Lauren mal eine gegeben hat?“
„Jap , genau der bin ich“
„Lauren ist eine Luder! Jeder, der sie hasst, ist mein Freund. Komm rein“
Er lachte und brachte mich zum großen Wohnzimmer.
Es musste wohl seine eigene Wohnung sein, denn welche Eltern würden die Wohnzimmerwand blau anstreichen und überall Bilder von nackten oder halbnackten Frauen hinhängen?
„Was geht ab?“ , fragte er.
„Ein Freund hat mir erzählt, du wärst mit Jessica und einigen ANDEREN aus unserer High School zusammen. Und ich will ja richtig informiert sein und so , da wollte ich wissen, was so abgeht.“
James war sehr aufgeschlossen und vertraute mir.
„Ach, Jessica Stanley“ , sagte er und ließ es als Schimpfwort klingen
„Ich sag dir, vögel nicht mehr der! Aus Mitleid und Bedürfnis mache ich mit der rum und sie will dieses arschverfickte Kind nicht abtreiben lassen. Jessica und Lauren sind echt die Schlampen der Nation. Ich war schon mit beiden zusammen. Lauren fickt zwar gut, aber das wars auch schon. Manchmal fick ich noch mit der, aber nur, weil sie das gut kann. Vor Jessica hatte ich ja Lauren . Davor hatte ich Vicci- die kennst du nicht. Die ist drei Jahre älter als ich. Oh mein Gott! Die hatte bis sie 19 wurde noch nie gefickt, Als ich die dann entjungfert habe, wusste sie gar nicht, was die machen soll. Hat meinen Pimmel falsch gehalten und so .Echt krass..."
Er dachte nach.
"Davor hatte ich noch zwei oder drei andere, die paar Jahre jünger sind. Nichts Besonderes... Dann noch Viktoria. Echt heiß. Ihre Haare sind echt geil , vor allem beim Sex."
James lachte laut los.
"Aber ficken ist nicht ihr Talent. Das war echt der reine Scheiß. Ja, sie war nicht so schlecht wie Vicci, aber die zweit Schlimmste... Ach ja, davor war ich mit Swan zusammen. Die kleine, Brünette. Die WAR echt heiß. Vielleicht ein bisschen schüchtern, aber echt top. "
Er war also mit ihr zusammen.
Ich nickte und er fuhr fort.
"Bei der war alles gut. Naja, außer.. Mein Gott! Welches Mädel will nicht mit mir vögeln?! Die war echt stur. "
Plötzlich wurde sein Blick anders...
"Und...habt ihr zusammen geschlafen?", fragte ich und tat so, als wäre es mir egal.
Er zögerte , dann lachte er.
"Nein"
Innerlich atmete ich erleichtert aus.
"...Wie war sie so?"
"Echt cool. Ich mein, wer war denn schon je Kapitän in acht Teams und Mitglied in drei anderen Teams? Und wow. Sie kann echt gut küssen..."
Ich nickte .
"Warum...Ist sie so 'anders' geworden? Oder war sie immer SO?", hackte ich nach.
James schluckte hart.
Dann schüttelte er hektisch den Kopf.
"Kein Ahnung. Am einen Tag war sie voll cool und am nächsten voll wie´n Emo oder Gothic-Heini. Und die ist echt krank blass geworden, trägt merkwürdige Kleider, simst mir nicht mehr, läuft alleine rum. Sie redet nie, lässt sich rumschubsen..."
Was war mit ihr passiert?
Ich versprach mir, es herauszufinden.
Ich musste!
"Alter? Hab grad Bock Lauren zu vögeln. Ich geh zu ihr. Wenn du willst, kannst du morgen wiederkommen und mir über deine Freundinnen was erzählen. Wen du gefickt hast und so. Weißt schon...Ich empfehle dir Lauren wirklich. Die kann das gut. Perfekt!"
"Ja", sagte ich und dachte über meine Freundinnen nach.
Genauergesagt waren es bis jetzt zwei.
Armselig!
Jeanette und Miranda...
"Hey, wenn du´n bissl Gras brauchst, bin immer hinter dem Skatepark . Immer in den großen Pausen. Wenn du Bock hast, können wir morgen uns paar Weiber schnappen und auf der Toilette in der dritten Stunde bumsen. Weil ich da eigentlich Mathe schreibe und nicht lernen werde. Bis dann, mein Schwanz ruft nach einer Fotze!"
Er lachte und ich erzwang mir ein Lachen und verließ sein Haus.
Der Typ war abartig.
Wie konte Isabella nur mit dem zusammen sein?
Plötzlich wurde ich wütend.
Auf James, auf Lauren, auf die ganze Klasse, auf die ganze Schule, auf Forks auf die Welt...auf mich.
Warum hätte mich nicht beeilen können, dann hätte sie ihr nicht wehgetan.
Als ich aufschaute, merkte ich, dass ich in meinem Zimmer auf meinem Sofa saß und laut Musik aus den Boxen dröhnte.
Scheiß Welt!
Plötzlich wurde ich durch ein dreimaliges schnelles Klopfen aus meiner Traumwelt gerissen.
"Edward?Du hast Post!", hörte ich die Stimme meiner Mom.
Sie öffnete die Tür und legte einen blauen Briefumschlag auf meinen Schrank.
Dann lächelte sie mir zu und schloss die Tür wieder.
Ich seufzte und drehte die Musik etwas leiser und nahm den Zettel.
>>Edward Cullen<<
Ich öffnete den Briefumschlag und nahm den Brief heraus.
>>Edward,
hiermit lade ich dich zu meiner großen Geburtstagsparty am neunundzwanzigsten Juni ein.
Ich akzeptierte kein 'ich kann nicht'!!!
Komm um sechzehn Uhr und du darfst um dreiundzwanzig Uhr wieder gehen.
Es wird die fetteste Party des Universums.
Zieh dir was heißes an und komm zu mir nach Hause.
Viele liebe Grü... nein, fetten Kuss
ALICE xoxo <<
Darunter stand ihre Adresse und ihre Telefonnummer.
Typisch Alice!
War sie nicht immer schon so?
Aber ich würde wohl nicht zu ihrer Party kommen.
Hatte ich nichts besseres zu tun?
Zum Beispiel Isabella stalken?
Ja, das war ich!
Ein Stalker!
Den Rest des Tages hörte ich laut Musik.
Meine Ohren fielen beinahe ab, aber es half ein klitzekleines bisschen.
So war ich nicht KOMPLETT auf Isabella fixiert.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen